„Tag der Kulturen“ – ein Beitrag zum interkulturellen Dialog in der Schule

Am 28. November 2016 fand an der Gewerbeschule 13 zum zweiten Mal der „Tag der Kulturen“ statt. Mit der Veranstaltung möchte die G13 schulübergreifend ein Kennenlernen unterschiedlicher kultureller Hintergründe ermöglichen und zu Toleranz sowie einem respektvollen Miteinander ermutigen. Organisiert wird der Tag von einem Lehrer-Team sowie dem Schülerrat.

Der Schulleiter Rolf Hinz begrüßt zur Podiumsdiskussion (©Graudegus)

Zu den 19 Einzelveranstaltungen zählten in diesem Jahr Workshops, Filme, Exkursionen, ein Podiumsgespräch sowie ein Markt der Kulturen. Das Spektrum der Themen reichte von der Auseinandersetzung mit japanischen Mangas, über Musik und Tanz in Lateinamerika bis hin zum aktuellen Umgang mit Geflüchteten in unserem Land.

In vielen der Angebote konnten die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden. So stellten zum Beispiel Jugendliche aus der Klasse PTA 16/4 ihre Heimat und ihre Kultur anhand anschaulicher und interaktiver Power-Point-Präsentationen vor.

Bei einem Podiumsgespräch mit dem Imam, Herrn Abu Ahmad Jakobi vom Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg und Pastor Hartmut Sölter von der Ev.-Luth. Bugenhagengemeinde Nettelnburg wurden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Christentum und Islam herausgearbeitet.

Für einen Workshop zur Rolle der Frau im Islam konnte die Islamwissenschaftlerin und Dozentin für interkulturelle Kommunikation Latifa Kühn gewonnen werden. Sie wies daraufhin, dass im Zusammenhang mit Migration häufig nur Missstände betrachtet werden, die damit verbundenen Potentiale und Stärken jedoch außer Blick geraten.

Mit dem Rhytmus in der Gruppe aufgehen, das kann afrikanisches Trommeln. (©Graudegus)

Mit der Veranstaltung ist es erneut gelungen, zu Toleranz, Mitmenschlichkeit und einen respektvollen Umgang miteinander zu ermutigen. „Interkulturelles Lernen passiert nicht von selbst. Schulen müssen bewusst einen Raum schaffen, in dem Wissen über die unterschiedlichen Kulturen vermittelt und kulturelle Vielfalt erfahrbar wird. Daher ist dieser Anspruch auch in unserem schulischen Leitbild formuliert. Gelebte Vielfalt in der Schule bedeutet eine ständige Auseinandersetzung um das Ringen nach Klarheit über die Werte, die für unser tägliches Zusammenleben wichtig sind.“, sagt Schulleiter Rolf Hinz.

An der G13 haben rund 40 Prozent der Schüler und Schülerinnen einen Migrationshintergrund. Der „Tag der Kulturen“ gehört fest zum Schulprogramm und findet alle zwei Jahre statt.

So haben Schülerinnen und Schüler aus der BTA 16/2 den „Tag der Kulturen“ erlebt:

Fatma Karo (27 Jahre) hat sechs Kilogramm Reis zu köstlichem Couscous-Salat verarbeitet. „Eigentlich wollten wir große Teile des Salats gemeinsam in der Klasse essen. Doch bei unserem Stand waren so viele Schüler, dass wir das Essen gerne verteilt haben.“

„Es war schön, dass so viele Kulturen gemeinsam miteinander den Tag mit Essen aus verschiedenen Nationen genießen konnten. Man hat auch Rezepte ausgetauscht und man hatte Einblicke in die verschiedenen Länder und Kulturen.

Das Tollste war die Musik, das Essen und die Atmosphäre, die an einen richtigen Basar erinnert hat. Es war ein schönes Gefühl an diesem Tag teilgenommen zu haben.“

Fatma, Sika, Esra, Caro, Nazifie

„Mein Highlight war die Dokumentation, in der aufgezeigt wurde, welche Probleme die Einwanderung von Flüchtlingen mit sich bringt und wie sich diese in einem fremden Land mit fremden Gegebenheiten fühlen, und was die Bevölkerung dazu denkt.

Für mich persönlich ist diese Dokumentation etwas Besonderes, da die Familie, um die es in dem Beitrag zum Großteil geht, etwa eine Minute Fußmarsch von mir entfernt untergebracht wurde.“ Marcel Klisch (17 Jahre)

„Mein Highlight des heutigen Tages war, dass ich etwas Neues über den Umgang mit Diskriminierung gelernt habe.“ Friederike Dellien (18 Jahre)

Der Tag der Kulturen hat dazu beigetragen, dass die Beteiligten tolle Begegnungen hatten. Die vielen Momente des Tages werden noch länger in der Erinnerung bleiben und zu Toleranz, Mitmenschlichkeit und einen respektvollen untereinander ermutigen.

Im Jahr 2018 wird es erneut einen Tag der Kulturen geben. Im November 2017 ist turnusgemäß der Umwelttag als Projekttag an der G 13 geplant.

Bettina Schrader